Shisha Pangma (8012 m)


Alle Jahre wieder... So oder so ähnlich könnte man die vergangenen Bergjahre von Helga und Jürgen beschreiben! Dieses Mal geht es zum ersten Mal ab nach Tibet, zur 8012 m hohen Shisha Pangma. Wenn dort alles wie erhofft läuft und sowohl die Gesundheit als auch das Wetter mitspielen, geht es weiter ins Basislager des Mt. Everest. Von dort aus wollen die beiden als kleine "2-Personen-Expedition" einen Vorstoß zum Dach der Welt versuchen. Wie an den bisherigen Bergen auch, ohne die Verwendung von künstlichem Sauerstoff!

 

Heute war der Tag der Abfahrt am Ulmer Hauptbahnhof!

 

 

Wir -alle daheim gebliebenen- wünschen Euch beiden alles Gute! Kommt gesund wieder! Wenn Ihr den ein oder anderen Gipfel dabei mit im Gepäck habt, freuen wir uns natürlich für Euch - vor allem aber wollen wir Euch am 12. Juni in alter Frische wieder zurück!!!

14. April 2014

Die Tour der beiden wird dieses Mal tatkräftig unterstützt vom Fitnesszentrum Palestro aus Stuttgart und vom Bergsportladen Sport Sohn Ulm.

16. April 2014

Helga & Jürgen sind mittlerweile in Kathmandu angekommen und, was nicht immer selbstverständlich ist, das Gepäck ebenso! 

Expeditionsleiter Dominik Müller von der Agentur Amical, der bereits seit dem 09. April in der Stadt ist, hat alles perfekt vorbereitet und die Begleitmannschaft für den langen Weg ins Basislager organisiert. Gemeinsam wird nochmals das gesamte Material gecheckt, bevor der erste Ausflug ins quirlige Thamel ansteht - natürlich mit dem Pflichtbesuch im Cafe Pumpernickel mit der obligatorischen Cinamon Roll!

Untergebracht sind die beiden, wie bei den früheren Touren auch, im recht edlen Hotel "Yak & Yeti". Hier findet auch der Besuch von Elisabeth Hawley statt, die -wie üblich- in ihrem 1200er VW Käfer vorfährt. Zusammen mit dem Tourenkollegen für den Mt. Everest, Ralf Djumovits, nimmt die "Chronistin der 8000er" die Daten für das zweite Bergziel der langen Reise auf.

Ein paar Videos mit Eindrücken aus der nepalesischen Hauptstadt sind mittlerweile auch eingetrofffen!


Da Helga & Jürgen Bilder nur per Handy senden können, ist die Auflösung entsprechend gering.

Um Kathmandu ein wenig besser zeigen zu können, folgen unten ein paar unserer Nepal-Bilder von der gemeinsamen Makalu-Tour 2010.

17. April 2014

Heute heißt es früh aufstehen! Um 6:30 geht es weiter nach Zangmu, der Grenze zu Tibet und dann weiter ins nördlich gelegene Nyalam.

 

Das letzte Update kam heute, am 18. April 2014, per sms an. Die Gruppe schaffte es in einem Stück von Kathmandu über die Grenze ins tibetsche Nyalam, einer kleinen Stadt auf knapp 4000 m Meereshöhe.

Allen geht es gut und eine kleine Bergwanderung bis auf 4200 m zur Höhenanpassung war heute auch schon drin!

 

Keiner der in der Amical-Gruppe beschäftigten Sherpas hat ein Familienmitglied bei dem tragischen Lawinenunglück auf der Südseite des Mt. Everest verloren. Dies konnte die Gruppe heute telefonisch in Erfahrung bringen. Unser ganzes Mitgefühl gilt den verunglückten Sherpas und deren Familien!

20. April 2014

Nach einer langen und anstrengenden Fahrt bei recht gemischtem Wetter mit Regen, Schnee und Sonne ist die Gruppe um 11°° Uhr Ortszeit im Fahrerlager auf ca. 4900 m angekommen. Unterwegs ging es über den 5050m hohen Lalung La. (Ein tibetischer Gebirgspass. Über die Passhöhe, die sich in 5050 m Höhe befindet, führt die Verbindungsstraße von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu in die tibetische Hauptstadt Lhasa. Südlich des Passes liegt der Ort Nyalam, östlich der Ort Gutsuo. Die Passhöhe bietet einen Ausblick auf die 8000er-Berge Cho Oyu und Shisha Pangma. Quelle: Wikipedia)

 

Vom Lager aus, über dem mittlerweile strahlender Sonnenschein herrscht, bietet sich ein toller Ausblick auf das Objekt der Begierde - die Shisha Pangma! 

Nach zwei Nächten wird es zu Fuß weiter ins vorgeschobene Basislager (ABC) gehen. Die Stimmung bei den Teilnehmern ist bestens!

21. April 2014

Nach zwei Tagen, während derer leichte Akklimatisationstouren bis zu einer Höhe von 5060 m stattfanden, geht es nun weiter in Richtung Shisha Pangma ABC! Das eigentlich geplante Zwischenlager auf diesem Streckenabschnitt in einer Höhe von 5350 m muss wegen Wassermangel ausfallen - es wird also ein langer Tag!

Das Wetter ist auf diesen weiten Ebenen zum Teil sehr windig - aber gut!

22. & 23. April 2014

Ankunft im ABC auf 5400 m Meereshöhe! Nach einem langen, anstrengenden Marsch, der sich über acht Stunden hin zog, erreicht die Gruppe das Advanced Base Camp. Alle sind fit und die Gruppe kommt sehr gut miteinander zurecht. 

Das Lager liegt auf einer plateauähnlich abgeflachten Seitenmoräne des Gletschers, der sich von der Shisha Pangma herunterzieht. Gleich darunter liegt ein zugefrorener See, in den immer wieder vom Eisrand abbrechende Seracs stürzen. Darüber thront als Hintergrund DER Berg! Das Wetter zeigt sich weiterhin auch in Tibet von seiner April-Seite - die Sonne wechselt sich mit Schnee- und Graupelschauern ab.

Die aus 45 Tieren bestehende Yak-Karawane hat heute nur einen Teil des Gepäcks vom Fahrerlager abgeliefert, der Rest soll am 24. April folgen. Da wegen Wassermangel das Zwischenlager nicht genutzt werden kann, muss die Mannschaft die volle Wegstrecke auf einmal zurück legen - und das dauert in dieser mittlerweile schon beträchtlichen Höhenlage naturgemäß seine Zeit.

In der Zwischenzeit versuchen alle eine gewisse "Lagerroutine" zu bekommen. Dies ist wichtig, weil die Anpassung an die Höhe noch nicht perfekt ist und jede Tätigkeit deutlich mehr Überwindung und Kraft kostet als in unseren Höhenlagen. 

Für den 25. April ist eine Puja geplant. Erst nach dieser Zeremonie, die den Berg gnädig stimmen soll, dürfen die Bergsteiger ans Werk. In diesem Fall würde dies bedeuten, ein Depot in Richtung des ersten Hochlagers zu errichten oder im Idealfall dieses auch zu erreichen. Fürs Erste bleiben also nur ein paar Spaziergänge rund ums Lager.

 

Die Sherpas der Amical-Gruppe haben sich telefonisch genau über das Unglück an der Südseite des Mt. Everest informiert. Die Besteigungsversuche sowohl an der Shisha Pangma, als auch an der Nordseite des Mt. Everest sind dadurch aber nicht betroffen.

24. April 2014

Ein langer Spaziergang bis auf eine Höhe von 5800m -mehr durfte ohne die noch ausstehende Puja nicht sein- zeigt, dass am Berg diese Saison recht wenig Schnee liegt. Neben einem tollen Blick auf die Aufstiegsspur hilft solch ein Ausflug natürlich der Akklimatisation besonders gut.

25. April 2014

Heute ist der Tag der Puja! Bei strahlendem Sonnenschein findet die Feier, die den Berg und dessen Geister gnädig stimmen soll, im ABC statt.

Ab jetzt darf der Berg betreten werden.

Dass trotzdem immer ein wachsames Auge nötig ist, zeigt der Unfall eines Climbing-Sherpas der Nachbarexpedition. In der Amical-Gruppe ist neben Jürgen noch ein weiterer Arzt mit von der Partie und so konnte der -zum Glück nicht ernsthaft verletzte Kollege- gleich von dem Duo untersucht und versorgt werden. 

Der Nachmittag wird mit dem Sortieren und Packen der Ausrüstung verbracht, damit für den morgigen Aufbruch ins Depot alles bereit liegt. Dort soll erst einmal eine Nacht verbracht werden, bevor es weiter bergauf ins erste Hochlager geht.

Leider sagt die Wetterprognose ab Montag Neuschnee voraus - mal sehen, was da wirklich an Niederschlag ankommt.

27. April 2014

Heute kam ein langer Bericht von Jürgen an - da hat leider jemand etwas mehr Zeit als geplant zur Verfügung...

 

"Vor 2 Tagen, kurz vor der Puja, ist es mir wieder ins "Kreuz" gefahren. Leider habe ich das ab und zu und in der Praxis denken die Kinder und Mütter dann, dass ihr Kinderarzt wie der Glöckner von Notre Dame daher kommt.

Auf alle Fälle habe ich gestern versucht mit den anderen aufzusteigen, aber nach 50 (!) m war klar, das geht nicht. So bin ich im ABC geblieben und der gestrige Tag war trotz aller medikamentöser Versuche (HaHa der Doc ist krank) nur schmerzhaft. Für die 10m zum Zelt habe ich Stöcke gebraucht!

 
Heute ging es aber schon besser, ein Aufstieg auf knapp 6000m war wieder drin und ich habe die anderen in der Flanke zu Camp 1 gesehen. 
Morgen, wenn die anderen absteigen und das Wetter gut ist, werde ich zum Depot gehen und dort übernachten - wegen Akklimatisation und so.
Aber das Strowitwerdasein ist nicht schön, bislang waren Helga und ich auf keiner Expedition jemals getrennt. Very strange.


Die Versorgung ist aber top! Mani, unser Koch, sorgt ganz toll für mich, siehe Bild: Pommes mit Burger und fried Veggies - aber allein im Messezelt.


Da ich ja Zeit habe noch zwei Erklärungen zum Expeditionsbergsteigen:
Puja (gesprochen Puscha)
Für die Sherpas sind die hohen Berge der Sitz der Götter und wenn wir sie besteigen wollen, müssen wir (die Sherpas und die Bergsteiger) die Götter vorher  sozusagen um Erlaubnis bitten und gnädig stimmen. Deshalb wird ein paar Tage nachdem das BC (Basislager) eingerichtet wurde ein Altar aufgestellt und eine Segnungsfeier durchgeführt. Hier wird den Göttern geopfert und um Erfolg und Glück gebeten. Gleichzeitig lassen alle Sherpas und Teilnehmer die Ausrüstung, wie z.B. Steigeisen, Pickel, Helm und so weiter, segnen. 
Diesmal auch einen Stuttgarter Fernsehturm, wer hat ihn gefunden?
Ohne Puja würde kein Climbingsherpa einen Fuss in Richtung Berg setzen.
Bei allen Expeditionen in Nepal und Tibet wird das so gehandhabt, da die Sherpas Buddhisten sind.


Akklimatisation (Höhenanpassung)
Um hohe Berge besteigen zu können, muss sich unser Körper an die Höhe anpassen. Das ist nicht nur im Hamalaya so, sondern auch in den Alpen. Wenn man sich nicht an die Höhe anpasst, kann eine akute Höhenkrankheit entstehen, die rasch tödlich enden kann. Das passiert auch an 4000ern in den Alpen. Es kommt zu Lungenödemen (Flüssigkeitsansammlung in den Lungen, man ertrinkt quasi innerlich) oder weit gefährlicher zu Hirnödemen (Der Druck im Schädel steigt durch Flüssigkeitseinlagerung an) mit rascher Bewusstlosigkeit und nachfolgendem Tod. Eine Therapie ist in der Höhe schwierig und das einzig sichere Mittel ist der Abstieg.
Damit dies alles nicht eintritt, muss sich der Körper an die Höhe anpassen, indem der Anstieg langsam und in entsprechenden Etappen geschieht. Wichtig ist dabei die Schlafhöhe. Es gibt den Grundsatz "Go high, sleep low" weshalb wir ja immer wieder Wanderungen machen und jetzt die anderen im Depot und Camp 1 schlafen. Aber keine Angst, auch meine Akklimatisation wird klappen!

Viele Grüße vom Strowitwer Jürgen"

28. April 2014

Die Gruppe ist gesund und munter vom Ausflug zu Camp 1 zurückgekehrt! Am Rand des Gletschers steht nun ein Depot-Zelt und auf 6350 m das erste der Hochlager, indem die letzte Nacht verbracht wurde.

Hinweis: Das Sat-Handy von Helga & Jürgen streikt gerade - zumindest insofern, als dass sie keine Nachrichten von uns empfangen können. Wir versuchen unser bestes, das Problem in den Griff zu bekommen.

Nur so viel zur Beruhigung: Ich habe heute Nachmittag mit Jürgen telefoniert (er hat angerufen - diese Richtung der Kommunikation funktioniert) - es geht allen bestens, auch Jürgen ist wieder ziemlich fit nach seinem Hexenschuß (s. oben).

30. April 2014

Das oben beschriebene Problem mit dem Sat-Handy konnte heute endlich behoben werden - jetzt funktioniert die Übertragung ins Basislager und zurück wieder bestens!

In einem kurzen Telefonat heute Morgen erzählte mir Jürgen, dass heute bereits das erste Nachbarteam den Gipfel der Shisha Pangma erreicht hat! Es herrschen optimale Bedingungen und bestes Wetter. Aufgrund der quasi nicht vorhandenen Schneelage (viel Blankeis) bleiben die Skier bis auf Weiteres im Basislager.

Die nächsten drei Tage wird die Gruppe wieder am Berg verbringen, um sich weiter an die extreme Höhe zu gewöhnen und das zweite Hochlager einzurichten. Vom 04. bis 06. Mai sagt der Wetterdienst schlechteres Wetter voraus - die perfekte Zeit um sich nach diesem Versuch dann zu erholen!

01. & 02. Mai 2014

Das Amical-Team ist wohlbehalten im ersten Hochlager angekommen und hat dort die vergangene Nacht verbracht. Das Wetter ist schön, aber es bläst ein eiskalter Wind!

03. Mai 2014

Heute ist die ganze Mannschaft wieder aus dem ersten Hochlager abgestiegen und gut im ABC angekommen.

Der ursprüngliche Plan, vom ersten Lager aus Camp 2 zu erreichen und aufzubauen, scheiterte leider am Wetter. Bereits am 01. Mai setzte mit dem Eintreffen in Camp 1 schlechtes Wetter mit starkem Schneefall ein, der sich während der Nacht immer mehr steigerte. Unter diesen Bedingungen war leider ein weiterer Aufstieg ausgeschlossen. Vor allem, da gegen Mittag des 02. Mai ein kräftiger Sturm loslegte, der das Lager immer wieder in dicke Spindrift hüllte.

Aber die Stimmung in der Gruppe, die von Dominik Müller perfekt geleitet wird, ist bestens. Alle haben nun zwei Nächte auf 6400  m verbracht und sind somit für einen Gipfelversuch ausreichend an die Höhe angepasst. Wenn alles -vor allem das Wetter- mitspielt, soll dieser erste Versuch den Gipfel der Shisha Pangma zu erreichen am 06. Mai starten. 

Heute herrscht wieder eitel Sonnenschein über den Zelten des Basislagers und die Duschzelte sind ein begehrtes Ziel - ein guter Start in die nun folgenden zwei Ruhetage!

04. Mai 2014

Den Ruhetag im Basislager nutzte Jürgen um eine komplette Mail zu schicken. Die meisten der "normalen" Nachrichten kommen bei mir per sms in sehr rudimentärer Form an und ich darf dann die Sätze außen herum bauen. Wenn ein längerer Text -wie heute- ankommt, stelle ich diesen natürlich unverändert online:

 

"Heute, 04. Mai, ist Ruhetag im ABC. Eigentlich sollte morgen auch noch Pause sein und am 06. Mai der Start in Richtung Gipfel stattfinden.

Aber am 09. Mai droht eine Starkwindfront - unter den dann herrschenden Bedingungen hat man dort oben nichts zu suchen! Wir werden deshalb gegen 16.00h noch einmal den Wetterbericht checken und entsprechend entscheiden, ob wir bereits morgen starten.

 

Trotzdem bleibt etwas Zeit. Küche und Dusche habe ich euch jetzt vorgestellt (siehe Bilder), das Esszelt habt Ihr bereits mal mit dem Strohwitwer gesehen. Irgendwo steht noch ein kleines dunkelgrünes Zelt abseits für die anderen Bedürfnisse, aber da will man nicht reinschauen. Ein Loch im Boden.

Wir beide schlafen in so einem kleinen gelben Zelt und das Material ist in einem zweiten. Die anderen Teilnehmer haben jeweils ein Zelt für sich alleine. So sieht unser ABC an der Shisha Pangma aus.

Die Sisha Pangma wollen wir natürlich als eigenständiges Ziel besteigen, aber auch zur Akklimatisation (s.o.) für den Everest.

Achtung: Jetzt wird gelobt!!!

Helga und ich sind hier mit einer Gruppe von Amical, wie oben schon mal gesagt. Dominik Müller leitet unsere Gruppe und Amical perfekt! Alles ist spitze und das Lob muss auch nach Oberstdorf ins Büro gehen, wo alles so fein organisiert wurde! Für die Shisha Pangma ebenso wie für unsere weitere Reise zum Everest. In Oberstdorf soll vor allem die Petra Mayr genannt sein: Hallo Petra, vielen Dank von hier!

Weiter verdient unser Freund Christoph Haas ein ganz dickes Lob, er managed unseren Internetkontakt und auch sonst alle Probleme. Auch ist er unser Ausrüstungsexperte. Hier auch viele Grüße und vielen Dank an die Firma Sport Sohn in Ulm, wo Christoph arbeitet, und die uns mit Ausrüstung unterstützt.


Palestro:
Erstmal vielen Dank an unsere Freunde Marion und Philipp! Sie fanden unsere Idee, den Mount Everest zu besteigen, so verrückt, dass sie uns zu Palestro mitnahmen.

Da ich in Stuttgart geboren und aufgewachsen bin, liegt mir der Fernsehturm nicht so fern - Philipp, vielen, vielen Dank!
Bei Palestro viele Grüße an Nadine und Charlene, aber nicht zu vergessen: Hallo Dieter Schneider, die besten Grüße aus Tibet!
Aber auch Herr Andreas Orel muss genannt sein! Er und seine Agentur Orel und Unger hatten die tollen Ideen und machten auf den letzten Drücker noch die Materialen klar. Sonst hätten wir nicht so tolle grüne Palestromützen!  Herr Orel: Immer noch kein Yeti hier!

Aber, last but not least: In unserem Leben außerhalb der Berge haben wir ja eine Kinderarztpraxis und dort würde jetzt ohne unsere beiden super Mitarbeiterinnen, Frau Endres und Frau Gaissmaier, nichts mehr laufen!!!

Wichtig: Wer mal aus fernen Ländern und von fremden Menschen per Satelittentechnik berichten will, muss sich an Expeditionstechnik.de und Herrn René Därr wenden. Nur dort, alles andere kalter Kaffee!!!

So, genug jetzt, das iphone glüht schon!


Viele liebe Grüße aus Tibet!


Ihr lieben Freunde, Verwandte, Bekannte und einfach Menschen, die an uns denken, schickt Eure Grüße, Wünsche und Gedanken an uns - wir können sie gebrauchen.
Ich melde mich nochmal, wann's losgeht.


Jürgen und natürlich auch Helga"

Nachtrag: Eben kam noch einmal eine Nachricht aus dem Basislager. Morgen geht es los in Richtung Gipfel! Der geplante Gipfeltag soll der 08. Mai sein. Bereits heute ist eine Gruppe vom Veranstalter Kobler mit einem Guide, zwei Sherpas und vier Teilnehmern gestartet. Dann wollen wir mal die Daumen drücken!!!

05. Mai 2014

Heute, 05. Mai, sind wir los! Am Depotlager wechselten wir die Anmarschschuhe gegen die Expeditionsstiefel und zogen die Steigeisen und den Klettergurt an. 
Hier war das Wetter noch wechselnd gut. Später kam ein ausgewachsener Schneesturm. Mit Skibrille und white out (keine Sicht) und was man so braucht. Jetzt im Zelt auf 6400m sieht es schon besser aus. 

06. Mai 2014

Nach einem richtig anstrengenden Aufstieg in wieder besserem Wetter konnte sich die Gruppe im zweiten Hochlager einrichten und ein tolles Panorama genießen! 

Morgen steht der Versuch Lager 3 zu erreichen auf der Tagesordnung. Zusätzlich zu der 9-köpfigen Amicalgruppe sind noch fünf Bergsteiger aus Litauen und ein Amerikaner auf diesem Abschnitt unterwegs.


07. & 08. Mai 2014

Hallo zu Hause!
Wir liegen erledigt und frustriert im Lager 2 im Zelt...

Aber mal der Reihe nach! Gestern sind wir mit vollem Gepäck für Lager 3 gestartet, ca. 40 cm Neuschnee zum Spuren, strahlende Sonne, kaum Wind - zu schön um wahr zu sein!

Es geht erstmal den sogenannten Korridor, eine Art Hochtal, nach hinten. Am Ende muss man eine Flanke bis zu einem auffälligen Gratzacken ersteigen. Dort liegt dann Camp 3 in etwa 7300 m Höhe.

Wir haben es auch alle geschafft, aber es war eine absolute Schinderei. Manche waren erst gegen 19.30 Uhr oben!
Die ganze Nacht ging ein orkanartiger Wind. Zweimal war Dominik mit den Sherpas draussen zum Wettercheck, aber es ging nicht. 
Wir lagen zu dritt im Zelt und erholten uns. Morgens um acht ein Weckruf, Abmarsch 9.30h, also Abbruch des Gipfelversuchs wegen zu starken Winden. Frust pur!!!

 
Wir beide müssen jetzt rechnen, ob ein zweiter Gipfelversuch möglich ist. Für die übrige Gruppe rein zeitlich kein Problem. Aber wir wollen ja noch zum Mt. Everest wechseln. 
So, wir sind jetz erstmal enttäuscht, aber morgen gibt es schon neue Ideen!

Ausschlafen und Essen, das Basislager ruft! 
Liebe Grüsse
Jürgen

09. Mai 2014

Vorab-Nachricht von Dominik Müller: "Seit heute Nacht 3 Uhr sind alle wieder gesund im BC angekommen! Jetzt wird erst einmal ausgeruht und super Essen von unserem Koch verspeist. Wir warten die nächsten Tage das Wetter ab und werden uns evtl. auf einen erneuten Gipfelversuch vorbereiten! Wir sind mit zwei Mexikanern die letzte Expedition am Berg, schau mer mal! "

Gestern, 9. Mai, sind wir bei zwar strahlender Sonne, aber Sturmwind von C2 über C1 zum Depot und weiter zum ABC abgestiegen. Zwei Mitglieder haben noch im Depot übernachtet. Eine üble Schinderei mit bis zum bersten gefüllten Rucksäcken!

Im C1 haben wir die 4 Zelte nicht abbauen können, da es extreme Sturmböen gab. Im Depot wartete der Küchenjunge mit  Nudelsuppe(!) und Coladosen. Man mag über die Kombination sagen was man will, aber da hat es einfach köstlich geschmeckt! 

10. Mai 2014

Heute sind alle gesund im Basislager eingetroffen!
Es scheint nun eine Starkwindphase zu geben, sodass eine nächste Gipfelchance hier erst zwischen 16. und 20. Mai wieder möglich scheint. Dies ist leider zu spät für uns. Schade!
Deshalb hat Dominik gerade die Yaks für uns bestellt. Morgen kommen sie ins ABC und übermorgen geht es mit dem Gepäck zum Fahrerlager und weiter mit einem Jeep nach Tingri. Nach einem kurzen Aufenthalt dort geht es weiter zum Everest Basecamp.

Anscheinend sind wegen des starken Windes auch am Everest bislang noch keine Vorstöße in die Höhe erfolgt. Die meisten sind noch im Fahrerlager, sodass wir passend reinkommen würden. Mal sehen...

Wie geht es hier: Erst mal Essen und Trinken und Essen und zur Abwechslung zwischen dem Duschen was Trinken! Alle sind ziemlich ausgelaugt von fünf äußerst anstrengenden Tagen.

Trotz "Kochen" im Hochlager, sprich Schneeschmelzen, kommt man einfach in ein totales Flüssigkeits- und Energiedefizit. Das sieht man daran, dass man vielleicht ein Mal in 24 Stunden Wasserlassen kann. Deshalb der große Nachholbedarf.

Doch genug, jetzt ist ja alles wieder im Lot! Eins war noch gut: Heute Nacht war ein maximales Hustenkonzert! Mit der Flüssigkeit löste sich der Höhenreizhusten und aus jedem Zelt bellte es, jeder dachte, wow, Bronchitis! Aber nein, es war nur Flüssigkeitsmangel!


So, wir packen dann morgen: auf zu neuen Ufern!


Es grüßen Helga und Jürgen

11., 12. & 13. Mai 2014

Nach einer Packorgie am 11. Mai, machen wir uns Tags darauf auf den Weg zum Chinese-Basecamp (Fahrerlager). Dort warten die Jeeps, die uns nach Tingri bringen.

Hier beziehen wir ein für tibetische Verhältnisse sehr gutes Hotel. Sogar eine heiße Dusche auf dem Zimmer gibt es! Nur mit der Umstellung auf "Peking-Zeit" hat unser Rhythmus noch ein paar Probleme.

Tingri im allgemeinen ist eher etwas... naja .... staubig und trostlos!?

Unseren Ruhetag verbringen wir mit einem Spaziergang zum Nationaldenkmal in Tingri, das uns einen phantastischen Blick auf die Giganten Cho Oyu und Mount Everest bietet.